Bunter Showabend für Tanz-Begeisterte

Das Herzogenauracher Ballett-Studio Kreiner zeigte eine ansprechende Gala in der Fürther Stadthalle - Eine lieb gewonnen Tradition: Im Zwei-Jahres-Rhythmus zeigt das Herzogenauracher Ballett-Studio Kreiner das Können seiner großen und kleinen Elevinnen bei einer großen Ballett- und Showgala in der Fürther Stadthalle. Ein bunter Abend, bei dem nicht nur Tanzfreaks ihren Spaß haben.

Der Ballett- und Showabend des Herzogenauracher Ballettstudios Kreiner in der Fürther Stadthalle bestach durch Vielfalt zwischen Jazzdance und Handlungsballett klassischer Prägung

Schuld ist ziemlich sicher der Musical-Boom. Würden nicht ungezählte Mädchen und Jungen von einer Karriere in Kassenschlager-Produktionen wie "Jekyll und Hyde", "Phantom der Oper" oder "Elisabeth" träumen, der Run auf Ballett- und Tanzschulen fiele wohl deutlich mäßiger aus. Momentan haben sie freilich Konjunktur. Und wenn sie seriös arbeiten, dann bieten sie wie die Herzogenauracherin Hannelore Kreiner das komplette Spektrum an: klassisches Ballett, Jazzdance und sogar Stepptanz.

Fouettées und Sprünge können schon die Kleinsten lernen, was dem Publikum in der Fürther Stadthalle, seit Jahren Spielstätte des "Ballett-Studio Kreiner" für große Produktionen, ein paar putzige Kinderballett-Nummern zwischen Klassischem wie Gioacchino Rossinis "Zauberladen" und Modernem wie Michael Jacksons "Heal The World" beschert.

Mit zunehmendem Alter der Tänzerinnen (Jungen sucht man im Ensemble an diesem Abend vergeblich) steigt auch der Schwierigkeitsgrad der von Hannelore Kreiner entwickelten Choreografien. So bilden beispielsweise Alexander Borodins bekannte "Polowetzer Tänze" in ihrer Deutung stark abstrahiert die Massenszenen der russischen Nationaloper ab.

Wie es aussehen kann, wenn man Balletttanz zum Beruf macht, zeigt Hannelore Kreiners Tochter Janine: Die Soli der Londoner Royal-Academy-Absolventin bestechen nicht nur durch nachgerade perfekte Körperbeherrschung, sondern rechnen frech und sexy mit den Klischees des Handlungsballetts ebenso ab, wie mit den Mechanismen des Theaterbetriebs - bis hin zum subtil angedeuteten Strip.

Spektakulär wird es, wenn das Kreiner-Ensemble auf den Spuren Michael Flatleys wandelt und irischen Hochgeschwindigkeits-Stepptanz auf Profi-Niveau kredenzt: Akrobatik-Übungen, die choreografische Akribie und Ernst verraten.

Zum guten Schluss wird der alte Dancefloor-Kracher "The Race" der Schweizer Elektronik-Tüftler "Yello" reaktiviert - für eine explosive Leistungsdemonstration in Sachen "Jazztanz". Fetziger geht es kaum.

von Hans v. Draminski