Es ist ein riesiges Vergnügen

Tanz und Eleganz zur Jubiläums-Aufführung am 20. und 21. November 2010 - Hannelore Kreiner lud zum Jubiläum. Das Herzogenauracher Ballettstudio Kreiner gestaltete eine begeisternde Jubiläumsgala in der Fürther Stadthalle. Selbst von zwei steppenden Polizisten ließen sich die Tänzerinnen nicht stoppen.

Lisa Slany, Tanzschülerin (l., mit Mama)

Farbenpracht und Eleganz: Die Tänzerinnen bei "Wunderbar"

Die Kinder beim "Holzschutanz"

Eine Figur aus "Dance With Me"

Die Polonaise von Tschaikowsky bildete den stimmungsvollen Auftakt zum Ballett- und Showabend in der Fürther Stadthalle. Die Jubiläums-Vorstellung zum 25-jährigen Bestehen des Ballett-Studios war ein bunter Mix aus Klassik, Stepp und Jazz Dance. Alle zwei  Jahre wird das Können der Schüler von Hannelore Kreiner und ihrer Tochter Janine auf der großen Bühne gezeigt. Zu diesem besonderen Anlass wählten die beiden Tanzpädagoginnen aus einer Vielzahl von Choreographien und Kostümen einige Erinnerungsstücke, so wie „One“ vom Musical „A Chorus Line“. Aber auch viel Neues wurde in den letzten zwölf Monaten einstudiert.

Steppen aus Leidenschaft
Den fröhlichen Tanz zum lateinamerikanischen „Carmen Cubana“ inszenierten die beiden Kreiner Damen gemeinsam. Nicht einmal der Auftritt zweier steppender Polizisten konnte die leidenschaftlichen Tänzerinnen stoppen und so wurden die vermeintlichen Beamten  kurzerhand der Bühne verwiesen.
Über zwei Etagen bildet sich eine lange Reihe von Kindern und Jugendlichen in bunten Kostümen. Vor der Pause schlängeln sie sich durch Treppenhaus und den Gang an den Garderoben vorbei zurück auf die Bühne zum verdienten Schlussapplaus. „Anders ist eine ordentliche Aufstellung nicht möglich“, lacht Susanne Lechner in ihrem roten Tutu, die links und rechts zwei jüngere Tänzerinnen an den Händen hält und selbst kurz zuvor  zu „Paquita“ tanzte. Der fast schon familiäre Umgang in diesem großen Miteinander von rund 200 Personen fällt nicht nur hinter der Bühne, sondern auch auf selbiger auf. Familiär auch, weil teils sogar zwei Generationen Tanzunterricht nehmen.

So zum Beispiel Sabine Slany mit ihrer Tochter Lisa. „Es ist nicht peinlich, wenn meine Mutter mit mir tanzt und auftritt“, schmunzelt Lisa keck. Zusammen sind die beiden beim Stepp-Tanz zu Michael Flatleys „Dance Above The Rainbow“ auf der Bühne und nur kurze Zeit später steht die Tochter noch einmal mit ihrer Jazz Dance Gruppe zu Janet Jacksons „All Nite“ auf der Bühne. Auch das ist keine Seltenheit.

Mehrfach am Abend steht Sandra Steiner auf der Bühne, klassisch in „Paquita“, beim „Can Can“ von Jacques Offenbach sehr keck, voll Hingabe während zwei Musical Auftritten, und schließlich temperamentvoll bei „Carmen Cubana“. Kurz nach der Eröffnung vor 25 Jahren wurde sie Schülerin im Ballett-Studio Kreiner. „Mit ungefähr sieben Jahren habe ich mit Jazz Dance begonnen, aber eine Knie Operation zwang mich zu einer Pause. Doch danach ging es sofort wieder weiter“, erinnert sich Steiner. Auch Spitzen- und Stepp-Tanz sind ihr nicht fremd und so wurde sie zu einem wahren Allrounder. Schwangerschaft und Entbindung fielen günstiger Weise auf die vorstellungsfreie Zeit und rechtzeitig zu den Proben für die Jubiläums-Show war sie wieder zurück. Eine weitere Vieltänzerin, Birgit Wilke, gesteht: „Im Lauf der Jahre wird es schon schwieriger sich all die Choreographien zu merken, da der Kopf voll ist mit Beruf und Familie.“ Seit sie vor fünfzehn Jahren hergezogen ist, besucht sie jede Woche zwei Kurse in der Ballettschule. Ihre Tochter stand beim „Holzschuhtanz“ aus „Zar und Zimmermann“ von Albert Lortzing auf der Bühne und ihr Mann, Norbert, sorgte für den guten Ton in der Stadthalle. Ihren Wiedereinstieg feierte Carmen Gebauer. Mit neun Jahren bereits ging sie zu Kreiner in den Unterricht und hatte ihre letzte Aufführung im Jahr 2000. Nach dieser zehnjährigen Pause freut sie sich sehr, wieder ein Teil des Studios zu sein und präsentierte mit ihrer Jazz Dance Gruppe passenderweise das Stück „Dance With Me“ von Debelah Morgan.

Auch die elf bis dreizehn jährigen Schülerinnen stehen teilweise zweimal auf der Bühne. Isabel Russo ist aber nach rund sechs Jahren Übung schon fast eine Meisterin. „Die ´Schreibmaschine´ ist schwieriger als „Hoedown Throwdown“ von Hannah Montana / Miley Cyrus, da muss ich auf mehr achten.“ Für Nolwenn Tilly hingegen ist klar: „Ich möchte  wieder ins klassische Ballett wechseln, die Musik gefällt mir besser.“

Am schwierigsten war es aber sicherlich für Celina Koch als eine der Hannah Montana Tänzerinnen. „Es ist zwar ein schönes Lied, aber ich musste viel üben, weil ich erst vor drei Monaten in den Kurs gekommen bin.“ Leicht und unbeschwert nahm hingegen die Jüngste aller, die vierjährige Kim Wehringer, ihren Auftritt als einer der Mohren. Das Spielen mit den anderen in der großen Garderobe war viel spannender.

Jede gab ihr Bestes
Ob Walzer im dreiviertel Takt, feuriges Temperament aus Südamerika oder ein Klassiker von Tschaikowsky. Ob eine Handvoll Tänzerinnen oder eine die Bühne füllende Gruppe. Jede Einzelne gab ihr Bestes. Die liebevoll ausgewählten Kostüme hatten dank effektvollen Lichteinsatzes vor dem minimalistischen schwarzen Vorhang als Hintergrund eine große Wirkung. Kreiner weiß ihre Schülerinnen mit dem richtigen Quäntchen Druck zu motivieren, ohne dass diese sich gequält fühlen. Das Tanzen macht ihnen ebenso viel Spaß, wie dem Publikum das Zusehen. „Ich komme schon seit Jahren zu jeder Vorstellung. Es ist immer ein riesen Vergnügen,“ erzählt eine Nürnberger Großmutter voll Stolz auf ihre Enkeltochter.

Janine Kreiner, diplomgeprüfte Bühnen- und Musicaltänzerin, präsentierte trotz einer schmerzhaften Verletzung mehrere Auftritte. Besonders stark im Ausdruck war ihr Solo zu Herbert Grönemeyers Lied „Letzter Tag“. So sehr sie als Solistin die gesamte Bühne und das Publikum vereinnahmt, so kann sie sich auch zurücknehmen und in der Gruppe überzeugen. Seit zwei Jahren unterstützt sie ihre Mutter im Ballett-Studio, so stammen auch einige Choreographien des Ballett- und Showabends von ihr. Erstmals ist sie nicht nur als Tänzerin dabei, sondern auch für einige Auftritte verantwortlich. „Es ist eine große Verantwortung und starke Anspannung, ob die Kinder alles richtig umsetzen. Sie könnten ruhig etwas mehr lachen.“ resümiert Janine Kreiner am Ende eines langen Wochenendes.

Zu Beginn der Vorstellung wurde Hannelore Kreiner von einigen Schülerinnen und ihrer Tochter mit herzlichen Worten gewürdigt und zum Ende mit Blumen geehrt. Das begeisterte Publikum belohnte Fleiß und Schweiß aller Beteiligten mit tosendem Beifall und lautem Fußtrampeln. Nur der befreiende Schrei aller Tänzerinnen zum erfolgreichen Abschluss übertönte trotz bereits geschlossenem Vorhang das anhaltende Klatschen.